Amnesty International Gruppe Schwäbisch Hall (1615)

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Unsere Petitionen

Eilaktion, sofortiger Appell - URGENT ACTION

Seit 1973 setzt sich Amnesty mit den Urgent Actions weltweit für von Folter und Misshandlung bedrohte Menschen ein - und macht damit öffentlichen Druck auf Regierungschefs, Militärs und Sicherheitsbehörden, die die Menschenrechte verletzen.

Urgent Actions sind die denkbar schnellste Form der Intervention, um akut bedrohten Menschen das Leben zu retten. Allein 2008 startete Amnesty International 350 neue Eilaktionen - etwa 35 Prozent davon zogen positive Meldungen nach sich: Freilassungen, Hafterleichterungen, die Aufhebung von Todesurteilen oder auch Anklagen gegen die Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen. An den Eilaktionen kann sich jeder beteiligen, auch wenn er nicht Mitglied bei Amnesty ist.

Aktuelle Urgent Actions sind zu finden unter
http://www.amnesty.de/urgent-action

Briefe gegen das Vergessen

Tag für Tag werden Menschen gefoltert, wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe oder Herkunft inhaftiert, ermordet, verschleppt oder man lässt sie "verschwinden".
Sie können mit ihrem persönlichen Engagement dazu beitragen, dass Folter gestoppt, ein Todesurteil umgewandelt oder ein Mensch aus politischer Haft entlassen wird.
Schreiben Sie bitte, im Interesse der Betroffenen, höflich fomulierte Briefe an die jeweils angegebenen Behörden des Landes:

Mai 2018

KAMBODSCHA
TEP VANNY

Tep Vanny ist eine Symbolfigur für friedlichen Aktivismus in Kambodscha. Sie ist im Gefängnis, weil sie sich mutig für die Rechte von anderen eingesetzt hat. Die Wohnrechtsaktivistin tritt seit fast zehn Jahren für ihr im Zentrum der Hauptstadt Phnom Penh gelegenes Viertel ein, aus dem die kambodschanische Regierung bereits tausende Familien vertrieben hat. Sie und andere AktivistIinnen wurden von den Behörden schikaniert, geschlagen, festgenommen und inhaftiert, um sie dadurch einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen.
Am 7. Februar 2018 bestätigte der Oberste Gerichtshof die Verurteilung Tep Vannys zu 30 Monaten Haft wegen „vorsätzlicher Gewalt unter erschwerenden Umständen". Hintergrund war ihre friedliche Teilnahme an einer Protestveranstaltung im Jahr 2013. Schon am 8. Dezember 2017 hatte der Oberste Gerichtshof im Zusammenhang mit Protesten im Jahr 2011 eine sechsmonatige Gefängnisstrafe gegen Tep Vanny und zwei weitere AktivistInnen bestätigt. Dieses Urteil ist zwar noch nicht umgesetzt worden, doch es besteht die Sorge, dass dies geschehen wird, sobald Tep Vanny ihre 30-monatige Haftstrafe verbüßt hat.
Die vergangenen zwei Jahre waren in Kambodscha von der Vorbereitung auf die Parlamentswahlen am 29. Juli 2018 und von einem verstärkten Vorgehen gegen AktivistInnen, Oppositionelle und VertreterInnen unabhängiger Medien geprägt. Die Sicherheitskräfte schikanierten zivilgesellschaftliche AkteurInnen, verfolgten sie strafrechtlich und brachten KritikerInnen zum Schweigen. Da die Wohnrechtsaktivistin Tep Vanny eine prominente Vertreterin der sozialen Bewegungen ist, wird sie von der kambodschanischen Regierung als Bedrohung angesehen. Da ihre Inhaftierung politisch motiviert ist, scheint eine Freilassung vor den Wahlen eher unwahrscheinlich. Deswegen ist der Einsatz für sie gerade jetzt besonders wichtig.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Ministerpräsidenten und fordern Sie ihn auf, Tep Vanny umgehend und bedingungslos freizulassen, die Anklagen fallen zu lassen und die Ermittlungen gegen sie einzustellen. Betonen Sie, dass Tep Vanny eine Menschenrechtsverteidigerin und gewaltlose politische Gefangene ist, die sich aufgrund haltloser Vorwürfe als Reaktion auf ihren friedlichen Aktivismus für die Rechte auf angemessenes Wohnen und freie Meinungsäußerung in Haft befindet.
Bitten Sie ihn, öffentlich die Schikane und Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen, darunter die strafrechtliche Verfolgung und Inhaftierung ohne schriftliche Anordnungen, zu verurteilen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Prime Minister
Samdech Hun Sen; Office of the Prime Minister
Jok Dimitrov Boulevard
Phnom Penh; KAMBODSCHA
E-Mail: info_samdechhunsen@yahoo.com
(Anrede: Dear Prime Minister / Sehr geehrter Herr Premierminister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft des Königreichs Kambodscha; I. E. Frau Sopharath Touch; Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2; 13187 Berlin
Fax: 030 – 48 63 79 73; E-Mail: rec-Berlin@t-online.de (Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Prime Minister,

With this letter I want to call your attention on the case of Mrs. Tep Vanny.
She is in prison because she has campaigned courageously for the rights of others. Since nearly ten years the right of residence activist stands up for her quarter in the centre of Phnom Penh, out of which the Cambodian Government already has casted thousands of families. She and other activists have been tormented, beaten, arrested and imprisoned by the authorities to intimidate and to silence them.
7. February 2018 the Highest Court has confirmed the sentence of 30 months of imprisonment because of "intentionally violence under aggravating circumstances". Background was her peaceful participation in a show of protest in 2013. Yet 8. December 2017 the Highest Court has confirmed a jail sentence of six months against Tep Vanny and two other activists in connection with protests in 2011. The sentence has not been realized yet, but there is the concern that this will be done as soon as Tep Vanny has served her 30 months of imprisonment.
According to my information, in connection with the preparation for the parliamentary election 29. July 2018 there has been an intensified action against activists, members of the opposition and representatives of independent media. The security forces have tormented actors of the civil society, prosecuted them and have silenced critics.
Dear Prime Minister, I prompt you to release Tep Vanny immediately and without conditions, to cancel the charges and to stop the judicial investigations against her. Tep Vanny is a human rights activist and non-violent political prisoner which is in custody because of unfounded reproaches as a reaction on her peaceful activism for the right of appropriate living and freedom of expression.
I ask you to damn publicly the chicane and violence against human rights defenders, thereunder the criminal prosecution and imprisonment without written order.
Yours sincerely

April 2018

IRAN
ATENA DAEMI, OMID ALISHENAS UND DAS EHEPAAR ARASH SADEGHI UND GOLROKH EBRAHIMI IRAEE

Die vier IranerInnen gehören zur neuen Generation von MenschenrechtsverteidigerInnen, gegen die der Iran seit 2013 verschärft vorgeht. Die Vier wurden aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsaktivitäten zur Zielscheibe. So engagieren sie sich z.B. gegen die Todesstrafe. TodesstrafengegnerInnen beschuldigt die Regierung häufig der "Bedrohung der nationalen Sicherheit" oder der "Abkehr vom Islam". Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee sind gewaltlose politische Gefangene. Omid Alishenas wurde am 15. Juli 2017 unter Auflagen freigelassen, könnte aber jederzeit wieder eingesperrt werden.
Am 24. Januar wurden Golrokh Ebrahimi Iraee und Atena Daemi vom Evin-Gefängnis in das Gefängnis Shahr-e Rey in Varamin nahe Teheran verlegt. Dort sind weibliche Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Am 3.Februar traten die beiden Frauen in den Hungerstreik, um gegen ihre Verlegung zu protestieren. Atena Daemi brach den Hungerstreik am 15.Februar ab, Golrokh Ebrahimi Iraee führt ihren jedoch weiter. Ihre Gesundheit hat sich stark verschlechtert. Möglicherweise erhält sie keine angemessene medizinische Versorgung.
Seit 2013 werden viele MenschenrechtsverteidigerInnen verstärkt überwacht, verhört und unter konstruierten Vorwürfen strafverfolgt, um sie zum Schweigen zu bringen. Atena Daemi machte deutlich, dass weder sie noch Golrokh Ebrahimi Iraee die Absicht haben, Suizid zu verüben. Diese Aussage könnte sich auf die jüngsten Todesfälle in Gewahrsam beziehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Außenminister und fordern Sie ihn auf, Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee umgehend und bedingungslos freizulassen, da sie gewaltlose politische Gefangene sind, die nur friedlich ihre Rechte wahrgenommen haben. Bitten Sie ihn zudem, den Schuldspruch gegen Omid Alishenas aufzuheben. Fordern Sie ihn auf, zu gewährleisten, dass Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Außenminister Mohammad Javad Zarif
Permanent Mission of the Islamic Republic of Iran to the United Nations
Chemin du Petit-Saconnex 28\\ 1209 Genf; SCHWEIZ
E-Mail: mission.iran@ties.itu.int; iranungva@mfa.gov.ir
Twitter: @JZarif
Anrede: Your Excellency / Exzellenz; (Standardbrief Luftpost bis 20g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Islamischen Republik Iran; S.E. Herrn Ali Majedi
Podbielskiallee 65–67; 14195 Berlin
Fax: 030-832229133 oder 030-84353535; E-Mail: info@iranbotschaft.de (Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Your Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of Atena Daemi, Omid Alishenas and the couple Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee.
The four human rights defenders have become a target because of their peaceful human rights activities. E.g. they engage against the death penalty. The government often accuses objectors of the death penalty of "threat of the national security" or "turning away from Islam". Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee are non-violent political prisoners. 15. July 2017 Omid Alishenas has been released with constraints, but he could be arrested again any time.
24. January 2018 Golrokh Ebrahimi Iraee and Atena Daemi have been transferred from Evin prison to the Shahr-e Rey prison in Varamin. There female prisoners are held under unhuman conditions. 3. February the two women started a hunger strike to protest against their transfer. 15. February Atena Daemi stopped this hunger strike, but Golrokh Ebrahimi Iraee is continuing it. Her health has declined heavily. Possibly she does not get adequate medical care.
According to my information, since 2013 a lot of human rights defenders are monitored, interrogated and prosecuted under constructed reproaches to hush them. Atena Daemi concretized, that neither she nor Golrokh Ebrahimi Iraee have the intention to commit suicide. This statement could refer to the cases of death under arrest.
Your Excellency, I prompt you to release Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee immediately and without any conditions because they are non-violent political prisoners that have only protected peacefully their rights. Also I ask you to override the verdict of guilty against Omid Alishenas. I prompt you to ensure that Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee are protected from torture and other maltreatment.
Yours sincerely

März 2018

KENIA UND SÜDSUDAN
DONG SAMUEL LUAK und AGGREY EZBON IDRI

Dong Samuel Luak, ein bekannter südsudanesischer Anwalt und Menschenrechtler, wurde zuletzt am 23. Januar 2017 im Zentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi gesehen, als er gerade in einen Bus nach Hause einsteigen wollte. Er kam jedoch nie dort an. Aggrey Ezbon Idri ist Regierungskritiker und leitet das Komitee für Humanitäre Angelegenheiten der südsudanesischen Partei Sudanesische Volksbefreiungsbewegung in Opposition (SPLM-IO). Er wurde zuletzt am 24. Januar 2017 im Stadtteil Kilimani von Nairobi gesehen. Später wurde bekannt, dass sich beide Ende Januar 2017 in einer Hafteinrichtung des südsudanesischen Geheimdienstes NSS in Juba befanden – sie wurden also offenbar rechtswidrig aus Kenia abgeschoben und in den Südsudan gebracht, wo ihnen Folter und andere Misshandlungen drohen. Doch sowohl die südsudanesischen als auch die kenianischen Behörden bestreiten, etwas mit ihrem „Verschwinden“ zu tun zu haben. Die UN-Arbeitsgruppe zur Frage des Verschwindenlassens von Personen hat die Regierungen von Kenia und Südsudan aufgerufen, den Verbleib der beiden Männer zu klären.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die südsudanesische und kenianische Regierung und bitten Sie sie, unverzüglich Informationen über den Verbleib von Dong Samuel Luak und Aggrey Ezbon Idri bekanntzugeben und die Gründe für ihre anhaltende Inhaftierung – falls sie sich in staatlichem Gewahrsam befinden – zu veröffentlichen. Sofern keine Rechtsgrundlage für ihre Inhaftierung besteht, müssen sie umgehend freigelassen werden. Fordern Sie außerdem beide Regierungen auf, dafür zu sorgen, dass die beiden Männer Zugang zu Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten und ihnen Familienbesuche erlaubt werden. Bitten Sie die kenianische Regierung, eine gründliche, zielführende und unparteiische Untersuchung des Verschwindenlassens von Dong Samuel Luak und Aggrey Ezbon Idri durchzuführen.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Präsident Salva Kiir Mayardit
c/o Botschaft der Republik Südsudan; Herr John Opiti Apiet, Geschäftsträger a. i.
Leipziger Platz 8; 10117 Berlin
Fax: 030 – 206 445 91 9; E-Mail: info@embassy-southsudan.de
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
(Standardbrief: 0,70 €)

Unser erster Briefvorschlag zu diesem Fall:

Your Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of the well known South Sudan lawyer and human rights activist Dong Samuel Luak, and Aggrey Ezbon Idri who has criticized the Government.
23. January 2017 Dong Samuel Luak has finally be seen in the centre of Nairobi while he wanted to get in a bus home. But he never arrived there. Aggrey Ezbon Idri leads the Committee for Humanitarian Affairs of the South Sudan party Sudan People's Liberation Movement-in-Opposition (SPLM-iO). 24. January 2017 he has finally be seen in the district Kilimani, Nairobi.
Later it became known that both had been at the end of January 2017 in a detention facility of the South Sudan secret service NSS at Juba - obviously they had been deported unlawfully from Kenya to South Sudan where they are threatened by torture and other maltreatments. But both the South Sudan and the Kenyan authorities deny to be involved in the "disappearance" of both. The UN workgroup for matters of disappearance of persons has called on the governments of Kenya and South Sudan to clear the whereabouts of both men.
Your Excellency, I want to ask you to announce at once information about the whereabouts of Dong Samuel Luak and Aggrey Ezbon Idri, and to publish the reasons for their ongoing imprisonment - if they are in state detention.
Unless there is no legal basis for their imprisonment, they have to be released promptly. Besides that I ask you to ensure that both men get access to legal counsels of their choice, and that visits of their families are allowed.
Yours sincerely

Präsident der Republik Kenia
H. E. Uhuru Kenyatta; Office of the President
Harambee Avenue
Nairobi; KENIA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Kenia; S. E. Herrn Joseph Kipng'etich Magutt
Markgrafenstraße 63; 10969 Berlin
Fax: 030 – 2592 6650; E-Mail: office@kenyaembassyberlin.de (Standardbrief: 0,70 €)

Unser zweiter Briefvorschlag zu diesem Fall:

Your Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of the well known South Sudan lawyer and human rights activist Dong Samuel Luak, and Aggrey Ezbon Idri who has criticized the Government.
23. January 2017 Dong Samuel Luak has finally be seen in the centre of Nairobi while he wanted to get in a bus home. But he never arrived there. Aggrey Ezbon Idri leads the Committee for Humanitarian Affairs of the South Sudan party Sudan People's Liberation Movement-in-Opposition (SPLM-iO). 24. January 2017 he has finally be seen in the district Kilimani, Nairobi.
Later it became known that both had been at the end of January 2017 in a detention facility of the South Sudan secret service NSS at Juba - obviously they had been deported unlawfully from Kenya to South Sudan where they are threatened by torture and other maltreatments. But both the South Sudan and the Kenyan authorities deny to be involved in the "disappearance" of both. The UN workgroup for matters of disappearance of persons has called on the governments of Kenya and South Sudan to clear the whereabouts of both men.
Your Excellency, I want to ask you to announce at once information about the whereabouts of Dong Samuel Luak and Aggrey Ezbon Idri, and to publish the reasons for their ongoing imprisonment - if they are in state detention.
Unless there is no legal basis for their imprisonment, they have to be released promptly. Besides that I ask you to ensure that both men get access to legal counsels of their choice, and that visits of their families are allowed.
Also I ask you to perform a thorough, purposeful and impartial investigation of the disappearance of Dong Samuel Luak and Aggrey Ezbon Idri.
Yours sincerely

Februar 2018

ÄGYPTEN MAHMOUD ABU ZEID (»SHAWKAN«)

Der Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid wurde am 14.August 2013 von der ägyptischen Polizei festgenommen, als er einen Sitzstreik von AnhängerInnen des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi auf dem Rabaa-al-Adawiya-Platz in Nasr City, einem Stadtteil von Kairo, fotografierte.
Der 29-Jährige steht gemeinsam mit 738 weiteren Angeklagten vor Gericht. Zu seinen Mitangeklagten zählen auch Führungspersönlichkeiten der Muslimbruderschaft. Gegen den Fotografen wurden neun konstruierte Anklagepunkte erhoben, darunter »Mord«. Bei einem Schuldspruch könnte der gewaltlose politische Gefangene daher zum Tode verurteilt werden. Mahmoud Abu Zeid wird von den ägyptischen Behörden seit über vier Jahren in Haft gehalten, seine Anhörung vor dem Kairoer Strafgericht wurde bereits mehr als 40 Mal vertagt. Mehrere Inhaftierte, darunter auch Mahmoud Abu Zeid, haben Foltervorwürfe gegen die Gefängnisverwaltung erhoben. Mahmoud Abu Zeid leidet an Hepatitis C, und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich im Gefängnis zusehends.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den ägyptischen Präsidenten und bitten Sie ihn, alle gegen Mahmoud Abu Zeid erhobenen Anklagen fallenzulassen und ihn unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Meinungsfreiheit festgehalten wird.
Bitten Sie ihn außerdem, dafür zu sorgen, dass Mahmoud Abu Zeid bis zu seiner Freilassung jegliche erforderliche medizinische Behandlung erhält. Auch alle anderen JournalistInnen, die lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung festgehalten werden, müssen freigelassen werden.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Abdel Fattah al-Sisi
Office of the President
Al Ittihadia Palace
Cairo
ÄGYPTEN
Fax: 00202-23911441; E-Mail: p.spokesman@op.gov.eg; Twitter: @AlsisiOfficial
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, S. E. Herrn Badr Ahmed Mohamed Abdelatty
Stauffenbergstraße 6–7, 10785 Berlin
Fax: 030-4771049; E-Mail: embassy@egyptian-embassy.de; (Standardbrief: 0,70 Euro)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of the photo journalist Mahmoud Abu Zeid.
14. August 2013, Mahmoud Abu Zeid has been arrested by the Egyptian police while he was taking photos of a sit strike of adherents of the toppled Egyptian president Moham-med Mursi on the Rabaa-al-Adawiya Place in Nasr City. The 29-yera-old man is tried to-gether with 738 other persons. To the co-defendants also belong managerial staff of the Muslim Brotherhood. There had been nine construed counts of an indictment against the photographer, among them "murder". So in case of a verdict of guilty it is possible that the non-violent political prisoners is sentenced to death.
Mahmoud Abu Zeid is kept in custody by the Egyptian authorities for four years now, his hearing in front of the criminal court of Cairo has been prorogued more than 40 times. Several imprisoned persons, among them Mahmoud Abu Zeid, have made torture charges against the prison management. Mahmoud Abu Zeid suffers from hepatitis C, and his state of health is getting worse visibly.
Excellency, I want to ask you to dismiss all charges against Mahmoud Abu Zeid and to release him immediately and without any conditions, because he is a non-violent political prisoner, only kept in custody because of the peaceful safeguarding of his right of freedom of opinion. Besides that I ask you to ensure that Mahmoud Abu Zeid gets all necessary medical care until his release.
Yours sincerely

Januar 2018

ISRAEL UND BESETZTE GEBIETE
FARID AL-ATRASH UND ISSA AMRO

Den palästinensischen Menschenrechtsverteidigern Farid al-Atrash und Issa Amro drohen Haftstrafen. Dabei haben sie lediglich friedlich gegen die Verletzung von Menschenrechten in Hebron protestiert.
Der Aktivist Issa Amro und der Rechtsanwalt Farid al-Atrash protestieren mit gewaltfreien Mitteln gegen die Einschränkungen der Rechte der palästinensischen Bevölkerung im von Israel besetzen Westjordanland. Im Februar 2016 beteiligten sie sich in Hebron an einem friedlichen Protestmarsch gegen die Schließung der einst belebten Shuhada-Marktstraße durch die israelische Armee. „Heutzutage gleicht Hebron einer Geisterstadt“, sagt Issa Amro. Während 200.000 palästinensische BewohnerInnen Hebrons in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt sind, können sich die ca. 800 israelischen SiedlerInnen frei bewegen. Israelische SiedlerInnen haben die beiden wiederholt bedroht und angegriffen.
Wegen ihrer Teilnahme an dem Protestmarsch wurden Farid al-Atrash und Issa Amro festgenommen und vor ein israelisches Militärgericht gestellt. Sie berichten von Misshandlungen durch das Militär. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe reichen teilweise bis ins Jahr 2010 zurück und dienen offensichtlich dem Ziel, ihre Menschenrechtsarbeit zu unterbinden. Eine weitere Anhörung wird am 26. Dezember, unmittelbar vor der Veröffentlichung dieses Textes, stattfinden.
Im September 2017 wurde Issa Amro zudem wegen eines Facebook-Posts von palästinensischen Sicherheitskräften festgenommen und für eine Woche inhaftiert.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Ministerpräsidenten von Israel und fordern Sie ihn höflich auf, dafür zu sorgen, dass die Anklagen gegen Farid al-Atrash und Issa Amro fallengelassen werden.
Schreiben Sie in gutem Hebräisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Ministerpräsident
Benjamin Netanyahu
Office of the Prime Minister
3 Kaplan St., P.O. Box 187
Kiryat Ben-Gurion
Jerusalem 91950
ISRAEL
E-Mail: pm_eng@pmo.gov.il; Twitter: @IsraeliPM
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft des Staates Israel, S.E. Herrn Jeremy Nissim Issacharoff
Auguste-Viktoria-Straße 74-76, 14193 Berlin
Fax: 030– 8904-5555; E-Mail: botschaft@israel.de; (Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Prime Minister,
With this letter I want to call your attention on the case of Farid al-Atrash and Issa Amro.
The Palestinian human rights defenders Farid al-Atrash and Issa Amro are threatened by prison sentences. But they have only remonstrated peacefully against human rights violations at Hebron.
The activist Issa Amro and the lawyer Farid al-Atrash remonstrate with peaceful means against the restrictions of the rights for the Palestinian population in the West Bank occupied by Israel. In February 2016 they joined a peaceful protest march in Hebron against the closing of the Shuhada market street by the Israely army. "Nowadays Hebron is like a ghost town", Issa Amrod said. While 200000 Palestinian inhabitants of Hebron are massively restricted in their liberty of action, the 800 Israeli settlers can move free. Israeli settlers have repeatedly threatened and attacked both men.
Because of their participation in the protest march, Farid al-Atrash and Issa Amro have been arrested and tryed at at an Israeli military court. They report about maltreatments by the military forces. The reproaches partly go back to 2012 and are obviously used to stop their human rights work.
In Septemper 2017 Issa Amro has also been arrested by Palestinian security forces becaue of a facebook post and kept in custody for one week.
Dear Prime Minister, I challenge you to ensure that the charges against Farid al-Atrash and Issa Amro are dismissed.

Yours sincerely

Dezember 2017

ÄGYPTEN
HANAN BADR El-DIN

Hanan Badr el-Din setzt sich gegen das Verschwindenlassen ein, denn ihr Ehemann zählt zu den vielen Personen, die in Ägypten in den vergangenen Jahren verschwunden sind. Im Mai 2017 wurde sie bei der Suche nach ihrem Mann festgenommen und fälschlicherweise der »Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppierung« angeklagt. Ihr drohen mindestens fünf Jahre Haft.
Hanan Badr el-Din hatte ihren Mann zuletzt im Fernsehen gesehen, als er nach Protesten im Juli 2013 verwundet in eine Klinik kam. Doch als sie ihn dort besuchen wollte, war er nicht auffindbar. Sie suchte Polizeiwachen, Gefängnisse, Krankenhäuser und Leichenhallen auf, um etwas über sein Schicksal zu erfahren – ohne Erfolg.
Gemeinsam mit anderen Betroffenen gründete Hanan Badr el-Din daher im Jahr 2014 die Organisation »Familienkoalition der Opfer des Verschwindenlassens« und forderte öffentlich Aufklärung über das Schicksal der Verschwundenen. Diese Menschenrechtsarbeit dürfte der wahre Grund für ihre Inhaftierung und strafrechtliche Verfolgung sein. Die ägyptischen Sicherheitskräfte haben in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen verschwinden lassen. Die Regierung bestreitet dies jedoch. Die Opfer sind meist politische Aktivist/innen, Protestierende oder Studierende, bis hin zu minderjährigen Schüler/innen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe. an den ägyptischen Präsidenten und bitten Sie ihn, Hanan Badr el-Din umgehend und bedingungslos freizulassen und alle Anklagen gegen sie fallen zu lassen.
Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Präsident Abdel Fattah al-Sisi
Office of the President
Al Ittihadia Palace
Kairo, ÄGYPTEN
Fax: 00202-23911441; E-Mail: p.spokesman@op.gov.eg
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, S. E. Herrn Badr Ahmed Mohamed Abdelatty, Stauffenbergstraße 6–7, 10785 Berlin
Fax: 030-4771049; E-Mail: embassy@egyptian-embassy.de
(Standardbrief: 0,70 Euro)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Your Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of Mrs. Hanan Badr El-Din.
Hanan Badr el-Din campaigns against disappearance, because her husband is among the many persons that have disappeared in Egypt during the last years. May this year she has been arrested during her search for her husband and falsely accused of "membership in a forbidden group". She is threatened with at least five years of imprisonment.
At last Hanan Badr el-Din has seen her husband in June 2013 in the television when he came wounded into a hospital after protests. But when she wanted to visit him there, he was not findable. She visited police stations, prisons, hospitals and mortuaries to learn something about his fate - but without success.
In 2014, together with other concerned persons, she founded the organisation "family coalition for the victims of disappearance" and asked publicly for the clearing up of the fates of the disappeared persons. It is expected that this human rights work is the real reason for her arrest and the criminal prosecution.
During the last years, the Egypt security forces have let disappear hundreds of persons. But the government denies this. Mostly the concerned persons are political activists, remonstrating persons or students, up until underaged pupils
Your Excellency, I ask you to release Hanan Badr el-Din at once and without any conditions and to drop all charges against her.
Yours sincerely

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