Amnesty International Gruppe Schwäbisch Hall (1615)

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Unsere Petitionen

Eilaktion, sofortiger Appell - URGENT ACTION

Seit 1973 setzt sich Amnesty mit den Urgent Actions weltweit für von Folter und Misshandlung bedrohte Menschen ein - und macht damit öffentlichen Druck auf Regierungschefs, Militärs und Sicherheitsbehörden, die die Menschenrechte verletzen.

Urgent Actions sind die denkbar schnellste Form der Intervention, um akut bedrohten Menschen das Leben zu retten. Allein 2008 startete Amnesty International 350 neue Eilaktionen - etwa 35 Prozent davon zogen positive Meldungen nach sich: Freilassungen, Hafterleichterungen, die Aufhebung von Todesurteilen oder auch Anklagen gegen die Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen. An den Eilaktionen kann sich jeder beteiligen, auch wenn er nicht Mitglied bei Amnesty ist.

Aktuelle Urgent Actions sind zu finden unter
http://www.amnesty.de/urgent-action

Briefe gegen das Vergessen

Tag für Tag werden Menschen gefoltert, wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe oder Herkunft inhaftiert, ermordet, verschleppt oder man lässt sie "verschwinden".
Sie können mit ihrem persönlichen Engagement dazu beitragen, dass Folter gestoppt, ein Todesurteil umgewandelt oder ein Mensch aus politischer Haft entlassen wird.
Schreiben Sie bitte, im Interesse der Betroffenen, höflich fomulierte Briefe an die jeweils angegebenen Behörden des Landes:

FEBRUAR 2012

DOMINIKANISCHE REPUBLlK

JUAN ALMONTE HERRERA

Juan Almonte Herrera ist Mitglied der Menschenrechts-organisation »Dominican Committee of Human Rights« und wird seit September 2009 vermisst. Er soll in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, von bewaffneten Polizeikräften verschleppt worden sein.
Juan Almonte arbeitete als Buchhalter und wurde am 28. September 2009 auf dem Weg in sein Büro entführt. Im Oktober fand man zwei verbrannte Leichen in einem Auto in Santo Domingo. Die Schwester von Juan Almonte identifizierte seinen Leichnam. DNA-Tests bestätigten dies jedoch nicht. Die Familie kritisierte die Art, mit der die DNA-Tests durchgeführt wurden. Seit der Verschleppung von Juan Almonte werden seine Familienangehörigen und Rechtsbeistände von Personen überwacht, die Augenzeugen als Polizeikräfte identifizierten. Die Schwester von Juan Almonte hat anonyme Telefonanrufe erhalten, in denen ihr gesagt wurde, sie solle aufhören, die Entführung ihres Bruders publik zu machen.

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte bezeichnete die Untersuchungen der dominikanischen Behörden mehrmals als völlig unzureichend und kritisierte, dass keine konkreten Maßnahmen eingeleitet wurden, um den Aufenthaltsort von Juan Almonte zu ermitteln. Im Mai 2010 forderte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Dominikanische Republik auf, der Familie von Juan Almonte Schutz zu gewähren. Dieser Forderung ist die Regierung bis heute nicht nachgekommen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Innenminister der Dominikanischen Republik und fordern Sie eine Untersuchung, um den Aufenthaltsort von Juan Almonte zu ermitteln, der am 28. September 2009 verschleppt wurde. Dringen Sie auf eine vollständige und unparteiische Aufklärung seines Verschwindenlassens und auf umfassenden Schutz für seine Familienangehörigen und seine Rechtsbeistände vor Drohungen und Drangsalierungen.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Lic. Jose Ramon Fadul
Ministro de Interior y Policía
Ave. México, Esq., Leopoldo Navarro,
Edif. Oficinas Gubernamentales
Santo Domingo
DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Fax: 001809 - 6851194 oder 00 1809 - 686 65 99
E-Mail: jfadul@mip.gob.do

Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Dominikanischen Republik
S.E. Herrn Gabriel Rafael Ant Jose Calventi Gavino
Dessauer Straße 28-29,
10963 Berlin
Fax: 030-25757761
E-Mail: embajadom@t-online.de

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Minister,

Herewith I apply to you in case of Mr. Juan Almonte Herrera. He is a member of the human rights organisation "Dominican Committee of Human Rights" and is missing since September 2009. It is said he has been carried off at the capital city Santo Domingo by armed policemen.
Mr. Juan Almonte Herrera has worked as an accountant, and 28. September 2009 he has been kidnapped on the way to his office. In October two burnt corpses have been found in a car at Santo Domingo. The sister of Mr. Juan Almonte Herrera has identified his corpse. But DNA tests did not confirm this. The family has criticized the kind of doing the DNA tests.
Since the kidnapping of Mr. Juan Almonte Herrera members of his family and his legal counsels are overseen by persons that have been identified by witnesses as police men. The sister of Mr. Juan Almonte Herrera got anonymous telephone calls that told her she should stop to bring into the lime light the kidnapping of her brother.
The Interamerican Commission for Human Rights has assigned the examination of the Dominican authorities for several times as totally inadequate and has critisized that no concrete measures have been started to find out the whereabouts of Mr. Juan Almonte Herrera.
In May 2010 the Interamerikan Court for Human Rights challenged the Dominican Republic to grant the family of Mr. Juan Almonte Herrera protection. But up to now the government has not fulfilled this demand.

Dear Minister, I want to ask you to ensure an examination to find out the whereabouts of Mr. Juan Almonte Herrera who has been kidnapped 28. September 2009. Please ensure that there is a complete and impartial clearing up of his disappearance and that the members of his family and his legal counsels are protected against threats and pesterings.

Yours sincerely

JANUAR 2012

ÄGYPTEN

MAIKEL NABIL SANAD

Der 26-jährige Blogger und Jurastudent Maikel Nabil Sanad befindet sich im nördlich von Kairo gelegenen Gefängnis EI-Marg in Haft und ist dort in den Hungerstreik getreten.
Maikel Nabil Sanad wurde am 10. April 2011 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er sich durch Kommentare auf Facebook der "Verbreitung von Lügen und Gerüchten über die Streitkräfte" schuldig gemacht hat. In seinem Blog hatte Maikel Nabil Sanad über seinen Antrag auf Anerkennung als Militärdienstverweigerer berichtet und beschrieben, wie er im Februar 2011 festgenommen und gefoltert worden war, nachdem er sich an einer öffentlichen Protestveranstaltung beteiligt hatte. Nicht zuletzt hatte Maikel Nabil Sanad das gewaltsame Vorgehen gegen friedliche Demonstrierende auf dem Tahrir-Platz kritisiert. Bei seinem Gerichtsverfahren hatte Maikel Nabil Sanad keine anwaltliche Vertretung. Am 23. August 2011 trat er aus Protest gegen seine anhaltende Inhaftierung in den Hungerstreik.
Am 11. Oktober 2011 ordnete ein Militärberufungsgericht die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Maikel Nabil Sanad an. Der 26-Jährige lehnte es jedoch ab, sich als Zivilist vor einem Militärgericht verantworten zu müssen. Er selbst wie auch seine Familie und seine Rechtsanwälte nahmen daher an der für den 18. Oktober anberaumten Prozesseröffnung nicht teil. Das Gericht ordnete daraufhin an, Maikel Nabil Sanad für 45 Tage in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. Später brachte man ihn wieder ins Gefängnis. Dem Psychiater Dr. Basma Abd el-Aziz, der die Notwendigkeit der Unterbringung von Maikel Nabil Sanad in der Klinik in Frage gestellt hatte, wurde ein verwaltungsrechtliches Ermittlungsverfahren angedroht.
Internationale Rechtsstandards verbieten es, Zivilpersonen vor Militärgerichte zu stellen. Dessen ungeachtet mussten sich in Ägypten seit der Amtsenthebung von Präsident Mubarak rund 12.000 Zivilpersonen vor der Militärjustiz verantworten.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Leiter der Militärjustiz, in denen Sie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Maikel Nabil Sanad fordern. Fordern Sie außerdem, dass keine Zivilpersonen mehr vor Militärgerichte gestellt werden.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Major-General Adel al-Morsi
Director of Military Judiciary
Military Judicial Department
Kairo,
ÄGYPTEN

Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
S.E. Herrn Ramzy Ezz Eldin Ramzy
Stauffenbergstraße 6-7
10785 Berlin
Fax: 030-4771049
E-Mail: ern bassy@egyptian-embassy.den

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Director,

With this letter I want to draw your attention to the 26-years-old blogger and law student Mr. Maikel Nabil Sanad.
Maikel Nabil Sanad is imprisoned in the El-Marq prison north of Cairo and has started a hunger strike.

10. April 2011 Maikel Nabil Sanad has been sentenced to three years imprisonment. The court considered it as proved that he has been made himself guilty of "spreading of lies and rumours about the armed forces" by comments on Facebook. In his blog he has reported about his applica-tion for his acceptance as conscientious objector and has described how he has been arrested and tortured in February 2011 after having participated in a public show of protest. Last but not least Maikel Nabil Sanad has criticized the violent proceeding against peaceful dem-onstrators on the Tahrir place. During his trial Maikel Nabil Sanad had no legal representative. 23. August 2011 he started a hunger strike to protest against his sustained imprisonment.
11. October 2011 a military court of appeal decreed the reopening of the trial against Maikel Nabil Sanad. But he refused to have to stand his trial at a military court. So neither he nor his family nor his lawyers took part in the opening of the process fixed for 18. October. Thereupon the court de-creed that Maikel Nabil Sanad has to be kept in a psychiatric clinic for 45 days. Later he was brought back to prison.
Dr. Basma Abd e-Aziz, the psychiatrist that has disputed the necessity of the hausing of Maikel Nabil Sanad in the clinic has been threatened with a criminal investigation handed down by an ad-ministrative authority.

Dear Director, international legal standards prohibit to try civil persons at a military court. So I ask you for the immediate and unconditional release of Maikel Nabil Sanad. Besides that I ask you to ensure that no civil persons are tryed at military court any longer.

Yours sincerely

DEZEMBER 2011

CHINA

LIU XIAOBO UND LIU XIA
Der prominente chinesische Akademiker und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo verbüßt zurzeit eine Gefängnisstrafe wegen »Anstiftung zur Untergrabung der Staatsmacht«. Seine Frau, die Dichterin und Künstlerin Liu Xia, steht in Peking rechtswidrig unter Hausarrest. Amnesty betrachtet beide als gewaltlose politische Gefangene und fordert ihre Freilassung.
Liu Xiaobo wurde am 25. Dezember 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, zwischen 2005 und 2007 sechs strafrechtlich relevante Artikel geschrieben sowie die sogenannte Charta 08 aufgesetzt und diese im Internet veröffentlicht zu haben. Die Charta 08 ruft zum Schutz der Menschenrechte und zu demokratischen Reformen in China auf. Das Gericht beurteilte sie als »verleumderisch« und als den Versuch, einen Umsturz anzuzetteln. In den sechs Artikeln, die zu seiner Verurteilung herangezogen wurden, hatte sich Liu Xiaobo gegen Korruption, Zensur und die Ein-Parteien-Herrschaft gewandt. Das Gericht sah darin ein »Schüren von Gerüchten, Verleumdung und üble Nachrede«, die die Grenzen der Meinungsfreiheit überschreiten und Straftaten darstellen. Liu Xiaobo wird im Jinzhou-Gefängnis in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas festgehalten. Nach Verbüßung seiner Strafe wird er weitere zwei Jahre seine politischen Rechte nicht wahrnehmen dürfen. Seine Frau Liu Xia wurde nach der Bekanntgabe des Friedensnobelpreises für ihren Mann im Oktober 2010 rechtswidrig unter Hausarrest gesteilt. Das letzte Lebenszeichen von Liu Xia gab es im Februar 2011, als sie kurzzeitig im Internet Kontakt mit einer Freundin aufnehmen konnte. Sie sagte, sie fühle sich schlecht, könne das Haus nicht verlassen und ihre ganze Familie würde als Geisel gehalten. Berichten zufolge konnten sich Liu Xia und Liu Xiaobo seit Januar 2011 zweimal sehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao und fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo. Dringen Sie außerdem auf die Aufhebung des Hausarrests und der Einschränkungen der Meinungsfreiheit von Liu Xia.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Premier Wen Jiabao
The State Council General Office
2 Fuyoujie, Xichengqu
Beijingshi 100017
VR CHINA
(korrekte Anrede: Dear Premier / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)

Fax: 0086-10-659611 09
(c/o Ministry of Foreign Affairs)

Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75
Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Volksrepublik China
S.E. Herrn Hongbo Wu
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Fax: 030-27588221
E-Mail: de@mofcom.gov.cn

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Premier,

With this letter I want to draw your attention to Liu Xiaobo and Liu Xia. Liu Xiaobo currently serves a jail sentence because of "subornation of undermining of the state power". His wife, the poetess and artist Liu Xia, is under unlawfully house arrest at Beijing. Both are non-violent political prisoners.
25. December 2009 Liu Xiaobo has been sentenced to eleven years of imprisonment. He has been blamed of having written six criminally relevant articles between 2005 and 2007 and of having drafted the Charta 08 and published it in the Internet. The Charta 08 makes a plea for the protection of the human rights and for democratic reforms in China. The court judged it as "defamatory" and as an attempt to plot a subversion. In the six articles leading to his arrest Liu Xiaobo engaged against corruption, censorship and the one-party governance. The court regarded it as a "stoking of rumours, calumniation and defamation of character" that exceeds the borders of the freedom of opinion and would be a criminal deed. Liu Xiaobo is kept in the Jinzhou prison in the province Liaoning. After serving his sentence he will not be allowed to use his political rights for two years.
October 2010 his wife Liu Xia has been unlawfully placed under house arrest after the announcement of the Peace Nobel Price for her husband. The last sign of life of Liu Xia is from Feb-ruary 2011 when she was able to have short-time contact with a friend via Internet. She told she would feel badly, she would not be able to leave the house and the whole family would be kept as a hostage. According to reports, Liu Xiaobo and Liu Xia have been able to see themselves twice since January 2011.
Dear Premier, I prompt you to provide the immediate and unconditional release of Liu Xiaobo. Please also do all you can to abrogate the house arrest and the restrictions of the freedom of opinion of Liu Xia at once.

Yours sincerely

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