Amnesty International Gruppe Schwäbisch Hall (1615)

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Gruppe Schwäbisch Hall (1615)

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Unsere Petitionen

Eilaktion, sofortiger Appell - URGENT ACTION

Seit 1973 setzt sich Amnesty mit den Urgent Actions weltweit für von Folter und Misshandlung bedrohte Menschen ein - und macht damit öffentlichen Druck auf Regierungschefs, Militärs und Sicherheitsbehörden, die die Menschenrechte verletzen.

Urgent Actions sind die denkbar schnellste Form der Intervention, um akut bedrohten Menschen das Leben zu retten. Allein 2008 startete Amnesty International 350 neue Eilaktionen - etwa 35 Prozent davon zogen positive Meldungen nach sich: Freilassungen, Hafterleichterungen, die Aufhebung von Todesurteilen oder auch Anklagen gegen die Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen. An den Eilaktionen kann sich jeder beteiligen, auch wenn er nicht Mitglied bei Amnesty ist.

Aktuelle Urgent Actions sind zu finden unter
http://www.amnesty.de/urgent-action

Briefe gegen das Vergessen

Tag für Tag werden Menschen gefoltert, wegen ihrer Ansichten, Hautfarbe oder Herkunft inhaftiert, ermordet, verschleppt oder man lässt sie "verschwinden".
Sie können mit ihrem persönlichen Engagement dazu beitragen, dass Folter gestoppt, ein Todesurteil umgewandelt oder ein Mensch aus politischer Haft entlassen wird.
Schreiben Sie bitte, im Interesse der Betroffenen, höflich fomulierte Briefe an die jeweils angegebenen Behörden des Landes:

Dezember 2018

BANGLADESH
KALPANA CHAKMA

Kalpana Chakma war Koordinatorin der Organisation Hill Women’s Federation, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in der Region Chittagong Hill Tracts einsetzt. Sie wurde in den frühen Morgenstunden des 12. Juni 1996 aus dem Haus ihrer Familie im Dorf Lallyagona im Bezirk Rangamati entführt. Die damals 23-Jährige ist seitdem nie mehr gesehen worden. Die Brüder von Kalpana Chakma nannten in ihrer Anzeige bei der Polizei drei Personen als Verdächtige: einen Armeeangehörigen und zwei Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe. 2016 beantragte die Polizei, den Fall zu schließen. Die Entscheidung darüber hat das Gericht in Rangamati immer wieder vertagt.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Premierministerin von Bangladesch und bitten Sie sie, eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Falls von Kalpana Chakma zu veranlassen. Die Ermittlungen müssen die Befragung der drei Verdächtigen umfassen und sicherstellen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Alle Fälle von Drohungen, Gewalt, Einschüchterungen, willkürlichen Festnahmen und Verschwindenlassen von Menschenrechtsverteidigerinnen müssen in vollem Umfang untersucht werden; auch solche, die von nicht staatlichen Gruppen ausgehen.\\ Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Honourable Prime Minister Sheikh Hasina Wajed
Old Sangsad Bhaban
Bir Uttam Ziaur Rahman Rd.
Dhaka 1215
BANGLADESCH
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

(Standardbrief Luftpost: 0,90 €)
Fax: 00880-9143377; E-Mail: psecy@pmo.gov.bd

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Volksrepublik Bangladesch; S. E. Herrn Imtiaz Ahmed
Kaiserin-Augusta-Allee 111; 10553 Berlin; Fax: 030-39897510; E-Mail: info.berlin@mofa.gov.bd
(Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of Mrs. Kalpana Chakma.
Kalpana Chakma was coordinator of the Hill Women's Federation which campaigns for the rights of the indigenous population in the region Chittagong Hill Tracts. 12. June 1996 in the early morning hours she has been kidnapped from the house of her family in the village Lallyagona in the Rangamati district. At that time she was 23 years old. Since then nobody has seen her again. In their complain at the police the brothers of Kalpana Chakma mentioned three suspects: a member of the army and two members of a paramilitary group. In 2016 the police applied for a close of the case. The court in Rangamati has prorogued the decision again and again.
Excellency, I ask you to induce a comprehensive and independent investigation of the case of Kalpana Chakma. The judicial investigations have to comprise the interrogation of the three suspects and have to ensure that the responsible persons are tried. All cases of threats, violence, intimidations, arbitrary arrest and disappearance of human rights defenders have to be investigated on a full scale, also those that are emanating from non-state groups.
Yours sincerely

November 2018

CHINA
DONG GUANGPING

Am 13. Juli 2018 wurde Dong Guangping zu 42 Monaten Haft verurteilt. Weder seine Familie noch die von seiner Familie beauftragten Rechtsbeistände erhielten Informationen über das Verfahren oder das Urteil. Bereits ein Jahr vor der Urteilsverkündung war Dong Guangping wegen „Anstiftung zum Umsturz“ und „illegaler Überquerung der Staatsgrenze“ für schuldig befunden worden. Staatlichen Medienberichten zufolge basierte sein Schuldspruch wegen „Anstiftung zum Umsturz“ auf seiner Teilnahme an zwei Versammlungen in Thailand, die nach Ansicht der chinesischen Regierung auf die „Untergrabung der Staatsmacht“ und den „Sturz des sozialistischen Systems“ abzielten. Nicht offen genannte Quellen teilten seiner Familie mit, dass Dong Guangping auf nicht schuldig plädierte und Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt hat. Seit seiner Festnahme gibt es keine offiziellen Informationen über seinen Verbleib oder seinen Gesundheitszustand. Dong Guangping wird ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, ihm drohen Folter und andere Misshandlungen.
Dong Guangping war Polizist. 1999 wurde er aus dem Polizeidienst entlassen, nachdem er einen öffentlichen Brief unterzeichnet und Artikel verbreitet hatte, in denen des 10. Jahrestags der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking gedacht wurde. Bereits zuvor war er aufgrund seines friedlichen Aktivismus mehrmals in China inhaftiert worden. Um den Drangsalierungen zu entgehen, floh er im September 2015 zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter nach Thailand. Von dort wurde er im November 2015 abgeschoben.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Oberstaatsanwalt der Volksstaatsanwaltschaft im Bezirk Chongquing und bitten Sie ihn darum, dass Dong Guangping umgehend freigelassen oder in einem fairen, internationalen Standards entsprechenden Verfahren verurteilt wird. Bitten Sie ihn außerdem darum, sicherzustellen, dass Dong Guangping nicht wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Menschenrechte festgehalten wird.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Oberstaatsanwalt der Volksstaatanwaltschaft im Bezirk Chongqing
He Hengyang Jianchazhang
Chongqing Shi Renmin Jianchayuan 270 Jinlong Lu
Longxi Yubei Qu
Chongqing Shi 400020
VOLKSREPUBLIK CHINA
(Anrede: Dear Chief Procurator / Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Volksrepublik China
S. E. Herrn Mingde Shi; Märkisches Ufer 54; 10179 Berlin
Fax: 030 – 27 58 82 21; E-Mail: de@mofcom.gov.cn
(Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Chief Procurator,
With this letter I want to call your attention on the case of Mr. Dong Guangping.
Dong Guangping was a police man. 1999 he has been dismissed after signing a letter und publishing articles that payed tribute to the 10. anniversary of the dismissal of the protests on the Tiananmen place. To escape the pesterings, in September 2015 he flew together with his wife and daughter to Thailand. In November 2015 he has been bundled off from there.
13. Juli 2018 Dong Guangping has been sentenced to 42 months imprisonment. Neither his family nor the legal counsels assigned by his wife got information about the trial or the sentence. Already one year before the pronouncing of judgment, Dong Guangping has been found guilty of "incitement to subversion" and "illegal crossing of the state border".
According state media report his verdict of guilty because of "incitement to subversion" is based on his participation in two meetings in Thailand that from the point of view of the Chinese Government targeted the "undermining of the state power" and the "ousting of the socialist system". Not openly named sources told his family that Dong Guangping pleaded "not guilty" and appealed a decision against the sentence. Since his arrest there is no official information about his whereabouts or his state of health. Dong Guangping is kept incommunicado, he is threatened by torture and other maltreatments.
Dear Chief Procurator, I ask you to ensure that Dong Guangping is released at once, or sentenced in a fair trial according international standards. Also I ask you to ensure that Dong Guangping is not kept in custody because his peaceful use os his human rights.

Yours sincerely

Oktober 2018

IRAN
ARASH SADEGHI

Der iranische Menschenrechtsverteidiger und gewaltlose politische Gefangene Arash Sadeghi befindet sich seit über zwei Jahren im Gefängnis und verbüßt dort zwei Haftstrafen von insgesamt 19 Jahren. Er wurde allein wegen seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit für schuldig befunden, unter anderem in Zusammenhang mit der Weiterleitung von Informationen zur Menschenrechtslage im Iran an Amnesty International. Seit einem 71-tägigen Hungerstreik leidet Arash Sadeghi an zahlreichen Erkrankungen. Als er im Mai 2018 endlich im Krankenhaus untersucht wurde, stellten die ÄrztInnen einen Knochentumor fest. Einen Antrag auf Verlegung in ein Krankenhaus, das auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert ist, lehnten die Behörden jedoch ab.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt von Teheran und bitten Sie ihn darum, Arash Sadeghi umgehend und bedingungslos freizulassen, da er sich nur in Haft befindet, weil er friedlich von seinen Rechten auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Bitten Sie ihn außerdem darum, sicherzustellen, dass Arash Sadeghi Zugang zu dringend benötigter fachärztlicher Behandlung erhält. Fordern Sie zudem, dass er vor weiterer Folter und anderer Misshandlung – dazu zählt auch die Verweigerung einer angemessenen medizinischen Behandlung – geschützt ist und dass Ermittlungen gegen diejenigen eingeleitet werden, die ihm die medizinische Behandlung verweigern.

Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Prosecutor General of Teheran
Abbas Ja’fari Dolat Abadi
Office of the Prosecutor
Corner (Nabsh-e) of 15 Khordad Square
Teheran
IRAN
(Anrede: Dear Prosecutor General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Islamischen Republik Iran; S. E. Herrn Ali Majedi; Podbielskiallee 65–67; 14195 Berlin
Fax: 030-84353133 / E-Mail: info@iranbotschaft.de
(Standardbrief_0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Prosecutor General,
With this letter I want to call your attention on the case of Mr. Arash Sadeghi.
The Iranian human rights defender and non-violent political prisoner Arash Sadegh is imprisoned since more than two years and serves two prison sentences of in total 19 years.
He has been found guilty because of his peaceful human rights work, besides others in connection with the forwarding of information about the human rights situation in Iran to amnesty international. Since a hunger strike of 71 days Arash Sadegh suffers from numerous diseases. May 2018 when he has at last been examined in a hospital, the doctors detected a bone tumor. But the authorities refused an application for the relocation to a hospital that is specialized in the therapy of carcinogenic diseases.
Dear Prosecutor General, I ask you to release Arash Sadegh at once and without any conditions, because he is only imprioned because he has made peacefully use of his rights of freedom of opinion, freedom of association and freedom of assembly. Besides that I ask you to ensure that Arash Sadegh gets the urgently needed medical care. And I ask that he is protected against torture and other maltreatment (this includes the refuse of adequate medical care), and that investigations are started against those which refuse him the medical care.

Yours sincerely

September 2018

INDIEN
SALIMA MEMCHA

Hunderte von Menschen in Manipur im Nordosten Indiens haben Familienmitglieder verloren, die mutmaßlich von Sicherheitskräften getötet wurden. Salima Memcha ist eine von ihnen: Ihr Ehemann wurde im Januar 2010 vor ihrem Haus von Sicherheitskräften mitgenommen. Später fand man vor einer örtlichen Polizeiwache seinen Leichnam, auf den mehr als 20 Mal geschossen worden war. Seitdem muss Salima Memcha allein für ihre vier Kinder sorgen. Gleichzeitig versucht sie, den Tod ihres Mannes aufzuklären.
In einem mutigen Versuch, Gerechtigkeit zu erreichen, haben Angehörige von Opfern die Extrajudicial Execution Victim Families Association Manipur (EEVFAM) gegründet und viele der mutmaßlichen außergerichtlichen Hinrichtungen dokumentiert. Salima Memcha koordiniert die EEVFAM in ihrem Viertel und verzeichnete allein dort 20 Fälle von außergerichtlichen Hinrichtungen.
Aufgrund ihres Engagements ist Salima Memcha immer wieder Bedrohungen und Belästigungen ausgesetzt – so auch am 7. April 2018. Während sie bei der Kriminalpolizei eine Erklärung zum Fall ihres Mannes abgeben sollte, zerstörten Paramilitärs und Polizei ihr Haus und hinterließen eine Warnung: Sie würden sie genau im Auge behalten.
Menschenrechtsverletzungen, die von Sicherheitskräften begangen werden, werden in Indien kaum untersucht. Doch der Einsatz der EEVFAM hat sich gelohnt: Sie wandte sich zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Human Rights Alert an den Obersten Gerichtshof und beantragte die Untersuchung der mutmaßlichen Hinrichtungen. Das Gericht ordnete daraufhin im Sommer 2017 die Untersuchung von mehr als 90 mutmaßlichen außergerichtlichen Hinrichtungen an. Damit nimmt der Druck auf Beamte zu, die vermutlich an außergerichtlichen Exekutionen beteiligt waren. Gleichzeitig berichtete die Vorsitzende der EEVFAM jedoch auch, dass Menschenrechtsaktivistinnen im Zuge dieser Entwicklungen zunehmend belästigt, angegriffen, bedroht und eingeschüchtert werden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Ministerpräsidenten von Manipur und bitten Sie ihn darum, den Einschüchterungen, Schikanen und Angriffen gegen Salima Memcha und alle anderen Menschenrechtsverteidigerinnen der Extrajudicial Execution Victim Families Association Manipur (EEVFAM) umgehend ein Ende zu setzen.

Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch an:
Ministerpräsident von Manipur
N. Biren Singh
Manipur CM Office
4th Block, Western Block
New Secretariat
Imphal, 795001
Manipur
INDIEN

Fax: 0091 – 038 5245 1398
E-Mail: cmmani@man.nic.in
(Anrede: Dear Chief Minister / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Indien; I. E. Frau Mukta Dutta Tomar; Tiergartenstr. 17; 10785 Berlin
Fax: 030 - 25 79 51 02 / E-Mail: dcm@indianembassy.de
(Standardbrief: 0,70 €)

Solidaritätsschreiben (auf Englisch oder Hindi) richten Sie bitte an:
Salima Memcha and EEVFAM
Kwakeithel Thiyam Leikai
Imphal, 795001
Manipur
INDIEN

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Chief Minister,
With this letter I want to call your attention on the case of the Mrs. Salima Memcha.
January 2010, her husband has been picked-up by security forces. Later his corpse has been found in front of a local police station, more than 20 shots had been fired on the corpse. Since then Salima Memcha has to look alone after her four children. At the same time she tries to clear up the death of her husband.
In a courageous attempt to achieve justice, dependents of victims have founded the Extrajudicial Execution Victim Families Association Manipur (EEVFAM) and documented lots of the presumed extrajudicial executions. Salima Memcha coordinates the EEVFAM in her quarter and noted alone there 20 cases of extrajudicial execution.
Because of her engagement, Salima Memcha is subjected again and again to threats and annoyances, as on 7. April 2018. While she should make a statement at the criminal police related to the case of her husband, paramilitary and police persons destroyed her house and left a warning: they would keep her in view exactly.
The campaigning of EEVFAM has been worthwhile: together with the NGO Human rights Alert it applied to the Highest Court and applied for the examination of the presumed exe-cutions. Thereupon in summer 2017 the court decreed an examination of more than 90 presumed extrajudicial executions. This increases the pressure on clerks that supposably have been concerned in extrajudicial executions. But at the same time the chairpersons of EEVFAM reports that during these progressions the human rights activists have increasingly been bothered, attacked, threatened and intimidated.
Dear Chief Minister, I ask you to stop immediately the intimidations, chicanes and attacks against Salima Memcha and all other human rights defenders of the Extrajudicial Execu-tion Victim Families Association Manipur (EEVFAM).

Yours sincerely

Mai 2018

KAMBODSCHA
TEP VANNY

Tep Vanny ist eine Symbolfigur für friedlichen Aktivismus in Kambodscha. Sie ist im Gefängnis, weil sie sich mutig für die Rechte von anderen eingesetzt hat. Die Wohnrechtsaktivistin tritt seit fast zehn Jahren für ihr im Zentrum der Hauptstadt Phnom Penh gelegenes Viertel ein, aus dem die kambodschanische Regierung bereits tausende Familien vertrieben hat. Sie und andere AktivistIinnen wurden von den Behörden schikaniert, geschlagen, festgenommen und inhaftiert, um sie dadurch einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen.
Am 7. Februar 2018 bestätigte der Oberste Gerichtshof die Verurteilung Tep Vannys zu 30 Monaten Haft wegen „vorsätzlicher Gewalt unter erschwerenden Umständen". Hintergrund war ihre friedliche Teilnahme an einer Protestveranstaltung im Jahr 2013. Schon am 8. Dezember 2017 hatte der Oberste Gerichtshof im Zusammenhang mit Protesten im Jahr 2011 eine sechsmonatige Gefängnisstrafe gegen Tep Vanny und zwei weitere AktivistInnen bestätigt. Dieses Urteil ist zwar noch nicht umgesetzt worden, doch es besteht die Sorge, dass dies geschehen wird, sobald Tep Vanny ihre 30-monatige Haftstrafe verbüßt hat.
Die vergangenen zwei Jahre waren in Kambodscha von der Vorbereitung auf die Parlamentswahlen am 29. Juli 2018 und von einem verstärkten Vorgehen gegen AktivistInnen, Oppositionelle und VertreterInnen unabhängiger Medien geprägt. Die Sicherheitskräfte schikanierten zivilgesellschaftliche AkteurInnen, verfolgten sie strafrechtlich und brachten KritikerInnen zum Schweigen. Da die Wohnrechtsaktivistin Tep Vanny eine prominente Vertreterin der sozialen Bewegungen ist, wird sie von der kambodschanischen Regierung als Bedrohung angesehen. Da ihre Inhaftierung politisch motiviert ist, scheint eine Freilassung vor den Wahlen eher unwahrscheinlich. Deswegen ist der Einsatz für sie gerade jetzt besonders wichtig.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Ministerpräsidenten und fordern Sie ihn auf, Tep Vanny umgehend und bedingungslos freizulassen, die Anklagen fallen zu lassen und die Ermittlungen gegen sie einzustellen. Betonen Sie, dass Tep Vanny eine Menschenrechtsverteidigerin und gewaltlose politische Gefangene ist, die sich aufgrund haltloser Vorwürfe als Reaktion auf ihren friedlichen Aktivismus für die Rechte auf angemessenes Wohnen und freie Meinungsäußerung in Haft befindet.
Bitten Sie ihn, öffentlich die Schikane und Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen, darunter die strafrechtliche Verfolgung und Inhaftierung ohne schriftliche Anordnungen, zu verurteilen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Prime Minister
Samdech Hun Sen; Office of the Prime Minister
Jok Dimitrov Boulevard
Phnom Penh; KAMBODSCHA
E-Mail: info_samdechhunsen@yahoo.com
(Anrede: Dear Prime Minister / Sehr geehrter Herr Premierminister)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft des Königreichs Kambodscha; I. E. Frau Sopharath Touch; Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2; 13187 Berlin
Fax: 030 – 48 63 79 73; E-Mail: rec-Berlin@t-online.de (Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Dear Prime Minister,

With this letter I want to call your attention on the case of Mrs. Tep Vanny.
She is in prison because she has campaigned courageously for the rights of others. Since nearly ten years the right of residence activist stands up for her quarter in the centre of Phnom Penh, out of which the Cambodian Government already has casted thousands of families. She and other activists have been tormented, beaten, arrested and imprisoned by the authorities to intimidate and to silence them.
7. February 2018 the Highest Court has confirmed the sentence of 30 months of imprisonment because of "intentionally violence under aggravating circumstances". Background was her peaceful participation in a show of protest in 2013. Yet 8. December 2017 the Highest Court has confirmed a jail sentence of six months against Tep Vanny and two other activists in connection with protests in 2011. The sentence has not been realized yet, but there is the concern that this will be done as soon as Tep Vanny has served her 30 months of imprisonment.
According to my information, in connection with the preparation for the parliamentary election 29. July 2018 there has been an intensified action against activists, members of the opposition and representatives of independent media. The security forces have tormented actors of the civil society, prosecuted them and have silenced critics.
Dear Prime Minister, I prompt you to release Tep Vanny immediately and without conditions, to cancel the charges and to stop the judicial investigations against her. Tep Vanny is a human rights activist and non-violent political prisoner which is in custody because of unfounded reproaches as a reaction on her peaceful activism for the right of appropriate living and freedom of expression.
I ask you to damn publicly the chicane and violence against human rights defenders, thereunder the criminal prosecution and imprisonment without written order.
Yours sincerely

April 2018

IRAN
ATENA DAEMI, OMID ALISHENAS UND DAS EHEPAAR ARASH SADEGHI UND GOLROKH EBRAHIMI IRAEE

Die vier IranerInnen gehören zur neuen Generation von MenschenrechtsverteidigerInnen, gegen die der Iran seit 2013 verschärft vorgeht. Die Vier wurden aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsaktivitäten zur Zielscheibe. So engagieren sie sich z.B. gegen die Todesstrafe. TodesstrafengegnerInnen beschuldigt die Regierung häufig der "Bedrohung der nationalen Sicherheit" oder der "Abkehr vom Islam". Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee sind gewaltlose politische Gefangene. Omid Alishenas wurde am 15. Juli 2017 unter Auflagen freigelassen, könnte aber jederzeit wieder eingesperrt werden.
Am 24. Januar wurden Golrokh Ebrahimi Iraee und Atena Daemi vom Evin-Gefängnis in das Gefängnis Shahr-e Rey in Varamin nahe Teheran verlegt. Dort sind weibliche Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Am 3.Februar traten die beiden Frauen in den Hungerstreik, um gegen ihre Verlegung zu protestieren. Atena Daemi brach den Hungerstreik am 15.Februar ab, Golrokh Ebrahimi Iraee führt ihren jedoch weiter. Ihre Gesundheit hat sich stark verschlechtert. Möglicherweise erhält sie keine angemessene medizinische Versorgung.
Seit 2013 werden viele MenschenrechtsverteidigerInnen verstärkt überwacht, verhört und unter konstruierten Vorwürfen strafverfolgt, um sie zum Schweigen zu bringen. Atena Daemi machte deutlich, dass weder sie noch Golrokh Ebrahimi Iraee die Absicht haben, Suizid zu verüben. Diese Aussage könnte sich auf die jüngsten Todesfälle in Gewahrsam beziehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Außenminister und fordern Sie ihn auf, Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee umgehend und bedingungslos freizulassen, da sie gewaltlose politische Gefangene sind, die nur friedlich ihre Rechte wahrgenommen haben. Bitten Sie ihn zudem, den Schuldspruch gegen Omid Alishenas aufzuheben. Fordern Sie ihn auf, zu gewährleisten, dass Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Außenminister Mohammad Javad Zarif
Permanent Mission of the Islamic Republic of Iran to the United Nations
Chemin du Petit-Saconnex 28\\ 1209 Genf; SCHWEIZ
E-Mail: mission.iran@ties.itu.int; iranungva@mfa.gov.ir
Twitter: @JZarif
Anrede: Your Excellency / Exzellenz; (Standardbrief Luftpost bis 20g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Islamischen Republik Iran; S.E. Herrn Ali Majedi
Podbielskiallee 65–67; 14195 Berlin
Fax: 030-832229133 oder 030-84353535; E-Mail: info@iranbotschaft.de (Standardbrief: 0,70 €)

Unser Briefvorschlag zu diesem Fall:

Your Excellency,
With this letter I want to call your attention on the case of Atena Daemi, Omid Alishenas and the couple Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee.
The four human rights defenders have become a target because of their peaceful human rights activities. E.g. they engage against the death penalty. The government often accuses objectors of the death penalty of "threat of the national security" or "turning away from Islam". Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee are non-violent political prisoners. 15. July 2017 Omid Alishenas has been released with constraints, but he could be arrested again any time.
24. January 2018 Golrokh Ebrahimi Iraee and Atena Daemi have been transferred from Evin prison to the Shahr-e Rey prison in Varamin. There female prisoners are held under unhuman conditions. 3. February the two women started a hunger strike to protest against their transfer. 15. February Atena Daemi stopped this hunger strike, but Golrokh Ebrahimi Iraee is continuing it. Her health has declined heavily. Possibly she does not get adequate medical care.
According to my information, since 2013 a lot of human rights defenders are monitored, interrogated and prosecuted under constructed reproaches to hush them. Atena Daemi concretized, that neither she nor Golrokh Ebrahimi Iraee have the intention to commit suicide. This statement could refer to the cases of death under arrest.
Your Excellency, I prompt you to release Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee immediately and without any conditions because they are non-violent political prisoners that have only protected peacefully their rights. Also I ask you to override the verdict of guilty against Omid Alishenas. I prompt you to ensure that Atena Daemi, Arash Sadeghi and Golrokh Ebrahimi Iraee are protected from torture and other maltreatment.
Yours sincerely

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